Balu - Vom Welpen zum Assistenzhund

Gestern habe ich Balu aus Löwenstein geholt. Er wird zu einem Assistenzhund ausgebildet und ich lasse Euch daran teilhaben. Balu ist ein Collie, der sehr lange beim Züchter geblieben ist um schon etwas Standfestigkeit mitzubringen.

 

Was ist das Ziel eines Assistenzhundes? Blindenhunde sind jedem geläufig, aber Hunde können mehr als das. Sie begleiten Menschen im Alltag, damit sie sich besser zurechtfinden und stehen an deren Seite, wenn es richtig knifflig wird. Balu soll eine Begleitung im Alltag werden, Handy bringen,

Licht anmachen und seinen Menschen nicht verlassen. Er kann bellen, wenn sein Mensch Hilfe benötigt und im Laden geduldig warten.

 

Dienstag, der 11. Februar 2020

 

Im Moment darf er ein Hundekind sein, seine neue Umgebung erkunden und sehen, wie seine Familie tickt. Lilly, Cara und Momo lehren ihn die Regeln in diesem Haushalt. Er läuft beim Spaziergang einfach mit, denn die Großen verlassen das Rudel nicht. Da muss jeder aufpassen, wo die Herrin hinläuft. Die guckt nämlich nicht, wo wir sind. Das müssen wir schon tun.........

Sturmtief "Sabine" lässt unsere Spaziergänge nur kurz zu, so spielen wir im Haus und schleppen, wie jeder Welpe, alles in der Gegend herum. Warum da alle so empört reagieren?

Mit dem kleinen Jungen des Hauses kuscheln, herrlich!!!!!

 

Mittwoch, 12. Februar 20

 

Beim größten Schneetreiben gingen wir heute spazieren. Wie immer habe ich nur eine Leine in der Tasche für alle Fälle. Balu war erst skeptisch, aber dann sprang er fröhlich mit seinen Damen ins nasskalte Wetter. Erste Aufgabe ist das herausrufen aus dem Rudel.

Natürlich bekommt er dann ein Lekkerli. Balu, sehr gescheit, ging dann eine ganze Weile neben mir her und dachte sich wohl, dann gibt es gleich was. Aber da täuscht er sich natürlich. Ich ging unbeeindruckt weiter.

Danach durften die anderen Hunde Aufgaben machen, Platz auf Kommando ist für mich das wichtigste, weil sie ja frei laufen und immer was sein kann. Dazu haben die drei "Großen" gelernt, sich fallen zu lassen, egal wo sie sich grad befinden. Natürlich belohnte ich nur diese drei. Balu kann das ja noch nicht und hüpfte daher von einem zum anderen. Das heißt nun für ihn, leichten Frust auszuhalten, denn es gab nix für ihn. Wichtige Lektion um mit Stress klar zu kommen. Da guckte er mich aber an ............ 10 Minuten später war er etwas weiter entfernt und kam auf Zuruf. Perfekt - es gab wieder was!!! Freude!!!

Zu Hause schleppte er meine Mütze im Gang herum und bekam sofort einen Rüfflerknurren von Dame Cara. Erstaunt ließ er die Mütze fallen. Ach so, dass macht man nicht. Schaaaade! 

 

Danke Cara, brauch ich es nicht mehr zu erklären....

 

Sonntag, 23. Februar

 

Jeder Tag ist ein schöner Tag, sagt Balu und springt durch den Wind. Er kann inzwischen das Kommando "Sitz". Aber natürlich mehr oder weniger hat er sich das bei den anderen drei Hunden

abgeguckt. Dann gibt es ein Lekkerli, hat er gleich verstanden. Er versucht dann, da schneller ran zu kommen, indem er hochspringt und die anderen Hunde versucht weg zu drängen. Aber er muss

die Erfahrung machen: es gibt nur was fürs Brav sein. Oh je.

Das Pferde mit einem Stromzaun gesichert sind, auch diese schmerzvolle Erfahrung gehört bei mir zum Hundeleben. Ich kann es ihnen leider nicht erklären. Damit Balu dies nicht mit mir in Verbindung bringt, sage ich dazu kein Wort und tröste ihn auch nicht. So schwer es mir auch fällt.

Der Stromzaun ist selbst erklärend und ich kann diese Erfahrung nur noch schlimmer machen, indem ich "Mitleid" habe. Nun macht er einen Bogen um diese Bänder (und den Pferdehufen) - zum Glück. Und bleibt beim Vorbeilaufen eng bei mir. Gut so!

 

Wenn die Hunde mit mir frei spazieren laufen erspare ich mir das Schleppleinentraining mit Balu. Alle kommen, alle gucken nach mir, also auch Balu. Wenn er etwas zum Schnüffeln gefunden hat und er sich doch damit weiter beschäftig, das Rudel zieht weiter......jetzt schnell hinterher. Wie praktisch.

 

Aber natürlich ist nicht alles rosig. Er guckt sich auch ab, dass man sich in Unrat wälzen kann und findet das super. Ich nicht!! Ab in die Dusche und mit viel streicheln findet er das doch ganz nett. In den Wasserstrahl beißen und rumhüpfen. Iiiiiih das Schampoo riecht schrecklich in der Hundenase -

Frauchen findet es toll? Das kann doch nicht sein, wo ich mich sooo gut einparfümiert hatte.

 

Balu spielt mit den Hunden, lernt die Regeln des Hauses und auch die Beißhemmung wird noch

geübt. Wenn er zwickt ist das Spiel schnell vorbei und er kommt sogar kurz mal ins andere Zimmer, falls er das nicht glaubt.........

Immer noch schläft er fast 19 Stunden verteilt über 24 Stunden.


 

 

 

Wat mut dat mut
Wat mut dat mut
3 Freunde
3 Freunde

28. Febuar 2020

 

Heute war ein Tierarzttermin geplant. Ich fuhr mit dem Auto extrem langsam (tut mir leid, wenn jemand hinter mir war), damit Balu keine

Angst vor dem Auto fahren entwickelt. Er spuckte nicht und war hinzu

ganz entspannt. Auch beim Tierarzt saß er im Wartezimmer erst brav am Stuhl. Ich befasste mich wenig mit ihm und hielt meine Bewegungen sehr ruhig. Er war dann ein wenig hippelig, als andere Tierbesitzer eintrafen. Ich ignorierte Balu, ließ meine Hand zum Schnüffeln hängen und verhielt mich verbal und körpersprachlich komplett still. Er fing an, sich an diesem Verhalten zu orientieren und legte sich hin. Er hatte beobachtet, dass mich das alles nicht zu interessieren schien. Also machen wir das so. Hunde sind hervorragende Beobachter.

Still war er beim Spritzen der Tierärztin, aber er zitterte leicht. Das tut ja auch etwas weh. Ich hielt ihn gut fest, sprach aber wenig und ließ nur meine Hand als Sicherheit bei seinem Gesicht.

Auf der Heimfahrt speichelte er, verständlicherweise, leicht. Ich fuhr wieder die 5 km im Schneckentempo. Jetzt merkt man ihm an, wie anstrengend das war. Toben gibt es heute nicht mehr, auch kein Futter. Ruhe ist angesagt. Aber hier cool zu bleiben war enorm wichtig - für die nächsten Tierarzttermine.....

 

Freitag, den 6. März 20

 

Balu und seine Mitbewohnerin Maltipoodame Lilly fuhren heute mit mir zum Kindergarten nach

Eckartshausen bei Ilshofen. Die Kinder zwischen 2 und 5 Jahren haben grad das Thema "Haustiere"

und in diesem Rahmen gab es eine Begegnung mit Hunden. Die Kinder verhielten sich ruhig und

freundlich und ebenso die Hunde. Sie ließen sich streicheln, bürsten, füttern und kuschelten ganz in liebevoller Manier mit den Kindern. Herrlich! Balu kaute auf einem Stoffknoten herum, da ja seine Milchzähne sehr spitz sind. So konnten viele kleine Hände sein weiches Fell streicheln.

Nachher schliefen die Hunde lang und ergiebig. Dankeschön!!

 

Samstag, 7. März 20

 

Zum ersten Mal Hundeschule bei Frauchen. Viele Gleichaltrige wollten mit Balu spielen. Aber hier war jetzt keine Momo, Cara oder Lilly dabei. Geduldig und mit etwas Abstand tastete sich Balu in die

neue Situation. Nach einer Weile tollte er mit und wenn er eine Pause brauchte, fand er schnell

Frauchens Beine, an denen man auch einen sicheren Rückzugsort haben kann.

 

Sonntag, 8. März 20

 

Nun kommt die eigentlich schwierigste erste Aufgabe. Und sogar mit dem neuen Frauchen. Fußlaufen macht für die Hunde eigentlich keinen Sinn. Wir versüßen ihnen das ganze, damit sie lernen, dass es durchaus lohnend ist, neben dem Bein an der lockeren Leine zu laufen.

Das Wort "Fuß" lernt man nebenbei. Soviele Lekkerchen für die ersten 10 Minuten - eine schöne Übung!!

 

Freitag, 27. März 20

 

Höchste Zeit, mal wieder was zu schreiben. Vor lauter Virusstress kommt man gar nicht hinterher.

Balu ist ganz schön gewachsen und auf dem Rücken wächst das Erwachsenenfell. Er ist ein ganz lieber, eher ruhiger Rüde. Am liebsten spielt er mit Momo, da sie ausdauernd verspielt ist.

Was haben wir geübt? Sitz am Bein, Platz am Bein, auf Pfeife kommen, warten an der Türe, nicht immer bellen, den Übermut etwas bremsen, wenn er mit dem kleinen Malte tobt. Ich mache alles freundlich mit ihm. Er ist nämlich genauso freundlich. Wenn er was möchte, setzt er sich neben mich und guckt mich mit sehr großen Augen an.

Freilauf mit dem Rudel stellt kein Problem dar. Nachdem sowieso alle anrauschen wenn Frauchen ruft, macht er das nach. Wie praktisch.

Als Assistenzhund muss er etwas bringen können und daher wird er jetzt apportieren lernen.

Ansonsten lege ich viel Wert auf Ruhe und angemessene Kindheit. Dies sorgt für Klarheit im Kopf. Ich sorge auch dafür, dass er viel schlafen kann. Ansonsten ist er immer mit der Familie dabei, lernt und entdeckt. Für Unsinn ist natürlich auch immer Platz. Wo sind meine Schuhe!!!!!

 

 

 

Samstag, 4. April


Da Balu als Assistenzhund ja auch etwas bringen muss, lerne ich ihm jetzt das Apportieren eines Dummys und das Wort "Brings". Balu versuchte zunächst selbst an die Lekkerli zu kommen, was erst mal misslang. Auch den Beutel weg zu bringen klappte nicht. Er ist an einer Schnur. Also folgt nur noch zu Frauchen bringen, die öffnet ihn. Sehr gut Balu!!!